
der baranski meets michael richter
Den Protagonisten, um den es hier heute geht, kenne ich eigentlich schon ewig. Wir haben es nur beide bis vor kurzem nicht gewusst. So richtig getroffen haben wir uns erstmalig im Startkanal für die UCI Masters-WM im Zeitfahren 2017 in Albi in Südfrankreich. Da waren 35 Grad und wie immer kaum Deutsche am Start, deshalb […]

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Zwei Jahre später liefen wir uns auf der Eurobike wieder über den Weg, Herr Richter war jetzt nicht mehr der wie sich herausstellte Geschäftsführer von Specialized Taiwan, sondern der vom DACH-Markt und saß in Holzkirchen kurz vor Österreich. Und weil wir beide immer noch ziemlich zeitfahraffin waren, kamen wir tiefer ins Quatschen. Da ich mittlerweile auch den „King of the Lake“ Richtung Sponsoren aus der Bike-Branche vermarktete und das Shiv für 2020 auch als TT-Variante auf den Markt kommen sollte, hat er mit Specialized kurzerhand Nägel mit Köpfen gemacht und wurde exklusiver Bike-Partner für den KOTL. Das fand er schon in der abgespeckten Corona-Variante im letzten Jahr so klasse, dass Specialized kürzlich für zwei weitere Jahre unterschrieben hat und dieses Jahr einen größeren Aufschlag an der Marina in Schörfling plant. Den Sonntag nach dem Rennen sollte man sich dieses Jahr auf jeden Fall auch noch blocken für den Attersee. Soviel zum Geschäftlichen.
Was aber viel interessanter ist, das ist die Tatsache, dass wir beide auch zeitgleich Mitte/Ende der 90er Jahre Downhill-Rennen gefahren sind und uns da eigentlich auch dauernd über den Weg gelaufen sein müssen. Das „Massengrab“ in Büren-Harth oder die Dauerschlitterpartie in Rittershausen beim Locomotion Cup? Da waren wir immer beide. Er damals auf seinem Yeti Lawwill (ein Traum) und ich auf meinem Cannondale Super-V (auch geil, aber nur halb so teuer). Ich war damals noch armer Student, er verdiente sein Geld in der Tabak-Branche. Da kenne ich witzigerweise einige (Moin auch, Herr Eckardt!), interessanterweise waren das alles immer Nichtraucher und verdienen konnte man da zumindest damals ganz gut. Folge: Er hatte vorsichtig ausgedrückt immer mehr als ein Fahrrad.
Laut eigener Aussage war Michael auch einer der Hardcorefans, der bei unseren Auftritten der „Pornostuntmen“ ganz vorne stand und Schilder mit unflätigen Sprüchen Richtung Bühne hielt, zum Beispiel im U-Club in Wuppertal. Das war übrigens alles rein künstlerisch und was mit Musik, genauer nannten wir das Schlagerpunkrock. Wobei außer Martin dem Drummer in der Band eigentlich niemand irgendwas konnte, nicht mal Lippe der Bassist. Obwohl der schon damals optisch am meisten hermachte. Offenbar war ich damals so im Tunnel und auf der Suche nach dem Text, dass ich solche Details verdrängt habe, also die männlichen Groupies. Wobei ich mich schon an Downhill-Olli und einen Typen namens Plenker erinnere, der immer die Füße der Bandmitglieder küssen wollten. Bilder oder Videos gibt es leider keine (mehr) von damals. Oder so ähnlich.
Danach hat Michael dann angefangen, durch die Welt zu tingeln. Nicht wie ich nur ein halbes Jahr mit Rucksack und per Studi-Ticket von STA, sondern schon für länger. Und irgendwann ist er darüber dann bei Specialized in Taiwan gelandet. Wie so viele andere auch meint er, da könne man prima Fahrrad fahren. Falls Corona mal vorbei sein sollte, dann packe ich mir das auch mal auf die Bucket List. Mit Rad. Größentechnisch dürften wir beide ähnlich deutlich aus dem Fahrerfeld rausstechen wie er hier.
Was ab jetzt aber kein Zufall mehr ist, sondern logische Konsequenz, das ist die Tatsache, dass wir beide was auf die Beine stellen wollen, damit Zeitfahren in Deutschland populärer wird. Zum Beispiel mit sowas wie einer bundesweiteren Serie, als es aktuell mit den lokalen Sachen wie der „Zeitfahrserie Nord“ oder den Rennen auf der Panzerstraße in Köln der Fall ist.
Vielleicht bekommt man ja bei den zukünftigen Master-WM-Austragungen sowas hin wie die Aussies oder die Riesenbastion aus UK, die auch abseits von dem Rennen noch eine Menge Spaß haben. Genug Vorlauf dafür sollte es ja geben, mal vorausgesetzt, dass die diesjährigen Austragung in Bosnien-Herzegowina vermutlich noch ins Wasser fallen wird. Dann halt in 2022, wo auch immer.
Together we can do great things! Oder einfach mal neben dem #fratzengeballer abends noch ein paar Bier verhaften. Ich wäre dabei. Herr Richter sicher auch. Aber Achtung: richtiges Bier, kein Kölsch!



