
Nachwuchs im Hause Baranski: das Open WI.DE.
Der Kreis schließt sich: ungefedert und türkis. Mit ganz viel Orange und dann irgendwie auch noch mit Bezug zur Schweiz. Winter 1990, der kleine Marcus macht ein Praktikum in der Schweiz. Natürlich hat er sein Mountainbike dabei, irgendwas von Fuji, nicht so richtig geil aber mehr gab es damals noch nicht in Hamburg. Internet auch […]

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In Hamburg gab es die damals noch nicht, da fuhren nur Straßenspießer mit weißen Socken durch die Gegend und im Winter mit Volker Rühe auch durch den Wald. Und als BMXer konnten die mit mir und ich mit ihnen auch null anfangen.
Das WI.DE. ist von vornherein nur für den Antrieb mit einem Kettenblatt ausgelegt und mehr wollte ich auch gar nicht haben. Der linke Bremshebel kann dabei dann auch nichts außer bremsen. Dafür habe ich vorne ein 40er Blatt und hinten (zum Glück!) eine 11-42er Kombination draufgebaut. Den Unterschied merkt man nämlich schon bei den größeren Laufrädern. Das Áspero hatte die kleineren Laufräder drauf und da war ich mit einem 40er Ritzel und einer 1:1-Übersetzung happy.
Natürlich ist die Kette auf Ultegra-/XT-Niveau von mir mit Molten Speed Wax behandelt, das funzt nämlich auch im Gelände und bei Dreckswetter großartig! Apropos Dreckswetter: beim WI.DE. ist der eine Schaltzug durchgängig verlegt und da habe ich auf einen alten Bekannten zurückgegriffen, auch wenn das mit mechanischer Schaltung bei mir schon etwas her ist. Die Außenhülle stammt nämlich von capgo, einem Zulieferer für sowas aus Deutschland, der auch gleich die Klapperschutzhüllen dazu geliefert hat. Die komplette Innenverlegung kann schnell zu einem Alptraum werden, das kenne ich schon von den ganzen integrierten Zeitfahr- und anderen Bikes. Dabei habe ich auch magnetische Führungen gesetzt, mit denen man Hüllen im Rahmen von außen mit einem starken Magneten führen kann von einer Bohrung zur nächsten. Parkt Tool macht es möglich, die bauen nämlich neben ganz tollen Werkstatthockern und Flaschenöffnern für das Bier auch gutes Werkzeug für die Werkstatt. Sowas hätte ich mir man schon vor Jahren kaufen sollen, da hätte es einige Wutausbrüche weniger beim Schrauben gegeben und hier wären weniger Löcher in der Wand.
Beim Cockpit habe ich aktuell auf was von Ritchey gesetzt und zwar den WCS Ergomax in 44 Zentimetern und einen 100er Vorbau. Der Lenker hat eine leichte Kröpfung an der Vorbauklemmung, tendenziell ist das also alles recht hoch, auch dank des Spacers von 20 Millimetern, den ich trotz 196er Steuerkopf fahre. Aber: ich sitze bei allen meinen Bikes mittlerweile recht hoch und mit wenig Überhöhung. Merke: viel Überhöhung ist tendenziell eher 90er, das Ultimate hatte damals auch einen 135er Vorbau – als Mountainbike!
Wer auf den Bildern über die Position der Bremsgriffe stolpert: die sitzen mittlerweile ein Stückchen tiefer. Bei der Erstmontage ist das immer so eine Sache so ein Rad von der stationären Rolle ins Gelände zu nehmen und da dann alles final zu justieren, bis es passt. Tut es jetzt aber.
Sitzen tue ich auf einer kompletten Übernahme von einem meiner Roadbikes: konkret ist das ein „Power“ Sattel von Specialized (eine derbere Variante mit Stahlstreben) und die Blattfederstütze VCLS 2.0 von den Freunden von Canyon aus Koblenz. Interessanterweise in fast schon filigranen 27,2 Millimetern. Speziell auf Kopfsteinpflaster ist das sowas wie eine Mischung aus Sofa und Bügeleisen. Weil ich mit dem Gravel-Bike solche Passagen im Sitzen fahre, bringt das da ordentlich was, anders als ruppiges Zeug auf meinem 29er MTB – da stehe ich dann nämlich eher schon in den Pedalen. Und Kopfsteinpflaster habe ich die letzten Monaten massig entdeckt im Gelände in der Lüneburger Heide. Da sollte man neben richtig Druck in den Beinen auch den richtigen in den Reifen haben: Die fahre ich auf den 40 Millimeter hohen Syncros-Laufrädern aktuell mit 2 (vorne) bzw. 2,3 Bar (hinten) und natürlich ohne Schlauch und mit viel Milch. An dieser Stelle nochmal Danke für den Tipp an Peter Krischio von Schwalbe, der mir seit Jahren vom Graveln vorgeschwärmt hatte und bis vor kurzem von mir dafür nur so halbmüde belächelt wurde. Weil Spaß macht das auf jeden Fall, aktuell sogar mehr als Rennradfahren. Haste ja Recht gehabt Peter!
So, und jetzt noch einmal in aller Klarheit: das wird kein Rad zum Radwandern und ich werde damit nicht im Wald übernachten, also so mit Zelt und so. Aber das wird trotzdem irgendwie eine Reise werden mit dem Open, da bin ich mir sicher. Und wenn ihr wissen wollt, ob das wirklich alles so geil bleibt oder dabei vielleicht auch mal was auf der Strecke bleibt: hier im Blog wird es ab jetzt sicher ab und zu auch mal um den Rennlenker im Offroad-Modus gehen!












